Offene Jugendarbeit

Offene Jugendarbeit nennt man die Arbeit mit Jugendlichen, die nicht an eine Vereinsmitgliedschaft gebunden ist und somit für jedermann zugänglich ist. Jeder/m Jugendlichen obliegt es selbst, ob sie/er die Angebote nutzen will.

Warum offene Jugendarbeit?
In einer Zeit, in der immer mehr Individualismus vorhanden und die Verpflichtung am gesellschaftlichen Leben nicht mehr selbstverständlich ist, wird die offene Jugendarbeit und somit auch die professionelle Betreuung immer wichtiger. Es werden Orte und Personen benötigt, welche die Kommunikation und die Entwicklung der Jugendlichen fördern, auftretende Probleme und Schwierigkeiten helfen zu bewältigen und die den Tatendrang der Jugend konstruktiv begleiten. Umso erfreulicher ist es dann, dass diese Arbeit von ausgebildeten Jugendlichen im ehrenamtlichem Engagement erledigt wird. Jugendliche haben heutzutage mehr Verpflichtungen, größere Anforderungen und stärkere Einschränkungen. Das ist mit ein Grund dafür, dass sich Jugendliche selbst nicht mehr binden wollen, sei es in Vereinen oder längerfristigen verantwortlichen Tätigkeiten.

Die Jugendlichen heutzutage

Verpflichtungen: Die Anforderungen im schulischen Bereich und dadurch auch der enorme Leistungsdruck sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Anforderungen: Dass man heutzutage topmodern angezogen sowie total cool sein muss und ja keinen Fehler machen darf, ist mitunter ein selbst auferlegtes Leid der Jugendlichen. Wobei dies unsere Wirtschaft natürlich mit sämtlichen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln (Werbung) unterstützt und daraus natürlich auch Kapital schlägt.

Einschränkungen: Obwohl unsere Jugend, im Gegensatz zu früher, alles nur Erdenkliche (besser gesagt "Erkäufliche") besitzt, hat sie mehr Einschränkungen als noch vor 20 Jahren. Durch den gestiegenen Verkehr, durch den Wegfall einfacher Bolzplätze und durch die in den Medien immer wiederkehrenden Meldungen über sexuelle Übergriffe an Kinder und Jugendliche machen eine Freizeitplanung ohne Aufsicht fast unmöglich. Dabei fallen auch solche Aktivitäten, die in meiner Jugend noch „normal“ waren wie z.B. im Wald spielen oder mal irgendwo auf einem freien Feld grillen, weg.

Fazit
Die wichtigste Jugendarbeit findet in der Familie statt. Danach kommt die Schule und anschließend zwei Arten der Jugendarbeit: Die offene und die Vereins – Jugendarbeit Beide Arten der Jugendarbeit sind wichtig und dürfen nicht als Konkurrenten verstanden werden. Viele Jugendliche, die in Vereinen organisiert sind, nutzen auch die Angebote der offenen Jugendarbeit und umgekehrt. Wichtig ist, die Jugendlichen zu erreichen, die sich nicht an Vereine binden wollen. Das Jugendzentrum mon ami bietet offene Jugendarbeit an und würde sich hierbei eine stärkere Unterstützung durch die Stadtverwaltung Ichenhausen wünschen. Ein 96 m² großer Raum, in dem Alkohol verkauft werden muss, damit die laufenden Kosten bezahlt werden können, ist meiner Meinung nach nicht im Sinne einer offenen Jugendarbeit für die Stadt Ichenhausen.

Altuntas Kazim